
Patrick Honer, Geschäftsführer der NOVA Apparate GmbH in der Kampmann Group, wurde im Juli zum stellvertretenden Vorsitzenden und Obmann für Marketing des Herstellerverband RLT-Geräte e. V. gewählt. Wir haben mit ihm gesprochen – über Verbandsthemen, Trends, Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Branche.
RLT-Geräte sind die Platzhirsche unter den Lüftungsanlagen, die individuell geplant eine enorme Größe erreichen können. Von den Dächern von Hotels, Hallen oder Handelsketten sind sie nicht mehr wegzudenken. Warum sind die Geräte so wichtig für die Menschen in den Gebäuden
Der Mensch kommt ca. 40 Tage ohne Nahrung, vier Tage ohne Wasser jedoch nur vier Minuten ohne Luft aus. Luft ist daher eines unserer wichtigsten Lebensmittel. Neben der körperlichen Abhängigkeit von sauberer und frischer Luft, trägt die Luftqualität auch in erheblichem Maße zur Behaglichkeit in Räumen und Gebäuden bei. Denn wer arbeitet oder übernachtet schon gerne in schlecht belüfteten Räumen?
RLT-Geräte sorgen für optimalen Frischluftbedarf und bereiten die Luft in Gebäuden aller Art auf, indem sie, je nach Kundenwunsch, die zugeführte Luft filtern, heizen, kühlen sowie be- oder entfeuchten. Im Alltag bekommt man vielleicht nicht viel von ihnen mit – für das Betreiben von großen Gebäuden sind sie jedoch unerlässlich.

Der RLT-Herstellerverband spielt eine wichtige Rolle in der Förderung und Vertretung der Interessen der Branche.
Welche Initiativen planen Sie, um die Entwicklung des Verbands sowie der Mitgliedsunternehmen voranzutreiben?
Aus Marketingperspektive gilt es die Sichtbarkeit des Verbands und unserer Mitglieder zu erhöhen. Hier werden wir in Zukunft verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit setzen, indem wir zum Beispiel unsere Social-Media-Kanäle sowie unsere Netzwerke weiter ausbauen, um die Vorteile von RLT-Geräten für die Gesundheit, Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit noch transparenter hervorzuheben und den Einsatz der Geräte voranzutreiben. Auch die Förderung von Innovationen in der Branche erachte ich als wichtig. Wir werden uns weiterhin für Forschung und Entwicklung in den Bereichen energieeffiziente Technologien, intelligente Steuerungssysteme und Nachhaltigkeit einsetzen.
Seit 2005 bündelt der Herstellerverband Kräfte, indem er sich an der Erstellung von Normung und Erarbeitung politischer Rahmenbedingungen beteiligt, indem er Studien betreibt und universitäre Vorhaben begleitet.
Von diesen Erkenntnissen und neuen Impulsen profitieren nicht nur die Hersteller selbst, sondern vor allem Nutzer – aber auch Investoren, Ingenieure, Planer, Architekten sowie ausführende Unternehmen in der Klima- und Lüftungsbranche.
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Wie sehen Sie die Zukunft der Branche für raumlufttechnische Anlagen?
Welche Trends und Entwicklungen erwarten Sie in den kommenden Jahren?
Wir merken spätestens seit der Corona-Pandemie, dass das Bewusstsein für Raumluftqualität in unserer Gesellschaft wächst. RLT-Geräte sind dabei der Schlüssel für frische Luft in Gebäuden. Auch in den kommenden Jahren erwarte ich eine verstärkte Nachfrage nach hochmodernen Lüftungssystemen, insbesondere solchen, die auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit ausgerichtet sind.
Die fortschreitende Technologie ermöglicht es uns, intelligente Steuerungssysteme zu entwickeln, die die Luftqualität in Gebäuden optimieren und gleichzeitig den Energieverbrauch minimieren kann. Dies wird ein Schlüsselaspekt sein, um den ökologischen Fußabdruck unserer Branche weiter zu reduzieren.
Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Ermittlung eines individuellen CO2-Fußabdrucks eines RLT-Geräts vom Band – ein Projekt, welches wir aktuell als Verband vorantreiben.
Digitalisierung spielt eine immer größere Rolle in der Gebäudetechnik. Wie kann der Verband/die Branche dazu beitragen, um den Anforderungen der Anlagenbetreiber gerecht zu werden?
Wir statten RLT-Geräte immer mehr mit MSR (Mess-, Steuer- und Regelungstechnik) aus. Dies ermöglicht die Betriebsüberwachung der Geräte und vor allem der Optimierung mit den vor Ort gelieferten Betriebsdaten. Das heißt: Es gilt die Geräte in Zukunft nicht nur optimal auszulegen, sondern auch effektiver zu betreiben, zu vernetzen und aus der Ferne zu warten. Die Betreiber der RLT-Anlagen haben somit nicht nur weniger Kosten, sondern auch eine bessere Wartungsqualität.